PhotoVogue Brave New Visions bis zum 11. September 2026


Einsendeschluss: 11. September 2026. Der diesjährige PhotoVogue Global Open Call versteht Kreativität als einen Akt der Rebellion. Fotograf und Videokünstler sind eingeladen, die Kraft der Bilder zu nutzen, um Gleichgültigkeit zu hinterfragen, Konventionen aufzubrechen und neue Formen des visuellen Erzählens zu entwickeln.

Was wird gesucht?

Eingereicht werden können Projekte aus den Bereichen Fotografie, Video und Multimedia – unabhängig vom Genre, darunter Modefotografie, Dokumentarfotografie, Porträt, Fine Art oder experimentelle Arbeiten.

Gesucht werden Arbeiten mit einer klaren künstlerischen Haltung – sei es durch die behandelten Themen, die ausgelösten Emotionen oder eine überzeugende visuelle Sprache. Dies kann sich sowohl in eindrucksvollem Storytelling als auch in Bildern mit außergewöhnlicher ästhetischer Wirkung ausdrücken.

Warum?

In einer Zeit, in der Bilder unaufhörlich produziert und ebenso schnell wieder vergessen werden, richtet sich dieser Open Call an Künstler, die Werke schaffen möchten, die sich der Wiederholung entziehen, Aufmerksamkeit binden und nachhaltige emotionale Wirkung entfalten.

Wir leben in einer Epoche, die von Gewalt, Ungerechtigkeit und stetiger Beschleunigung geprägt ist. Kriege dauern an. Gräueltaten geschehen. Gesellschaftliche Spaltungen vertiefen sich. Die Unsicherheit wächst.

Gleichzeitig verbreiten sich Bilder schneller als je zuvor. Sie häufen sich, wiederholen sich und verschwinden ebenso rasch wieder. Je mehr wir sehen, desto weniger scheinen wir zu fühlen. Ein Gefühl des Déjà-vu entsteht – begleitet von wachsender Abstumpfung und stiller Gleichgültigkeit.

Eine Krise folgt auf die nächste, und das, was uns eigentlich erschüttern sollte, droht im endlosen Strom der Bilder unterzugehen. Was dringend ist, wird alltäglich. Was unerträglich erscheint, wird zum Hintergrundrauschen.

Unter diesen Bedingungen wird es immer schwieriger, Arbeiten zu schaffen, die Aufmerksamkeit fesseln, im Gedächtnis bleiben und Spuren hinterlassen. Das gilt für die gesamte visuelle Kultur – von der Dokumentarfotografie über die Mode bis hin zur zeitgenössischen Kunst. Der Grund dafür liegt nicht nur im rasanten Konsum von Bildern, sondern auch darin, dass diese visuellen Ausdrucksformen auf langen Traditionen beruhen und von Erwartungen geprägt sind, die echte Überraschung erschweren.

Hinzu kommt, dass kreatives Schaffen häufig innerhalb von Systemen stattfindet, die Vorsicht statt Experimentierfreude belohnen. In vielen Bereichen der Kultur – vom Verlagswesen über den Film bis zur Mode – wird das Ungewohnte oft abgeschwächt, hinausgezögert oder ausgeschlossen. Zu oft besteht der Druck nicht darin, Grenzen zu überschreiten, sondern verständlich, akzeptabel und vermarktbar zu bleiben.

Gerade deshalb sind heute neue Arten des Sehens wichtiger denn je.

Die entscheidende Frage lautet nicht mehr nur, wie Bilder entstehen, sondern wie Bilder geschaffen werden können, die Bedeutung haben. Vielleicht noch dringlicher ist die Frage: Wie reagieren wir auf die Welt, in der wir leben?

Wie gehen wir als Künstler und Bildschaffende mit dieser Realität um? Welche Bilder bringen wir in die Welt? Welche Bilder können den Lärm durchbrechen und der Gleichgültigkeit etwas entgegensetzen?

Die Antwort liegt nicht im Erwartbaren. Sie liegt nicht im Sicheren. Sie liegt in dem, was wir den Mut haben, gerade jetzt sichtbar zu machen – im Bezug auf die Welt, in der wir leben.

Die Geschichte zeigt, dass Zeiten des Umbruchs stets neue künstlerische Sprachen hervorgebracht haben. Diese waren nie bloß Stilrichtungen, sondern Antworten auf Bedingungen, die neue Ausdrucksformen, neue Gesten und neue Arten des Sehens und Erzählens verlangten. Heute sind die Voraussetzungen andere: Sie werden von einer globalisierten und hypervernetzten Bilderwelt bestimmt, in der alles gleichzeitig und mit enormer Geschwindigkeit zirkuliert. Was daraus entsteht, wird möglicherweise keine einheitliche Bewegung sein, sondern eine vielstimmige, dringliche Suche nach neuen Ausdrucksformen über unterschiedlichste künstlerische Praktiken hinweg.

Preise

Insgesamt 12.000 US-Dollar Preisgeld, verteilt auf drei ausgewählte Künstler.
Präsentation der Arbeiten beim nächsten PhotoVogue Festival.
Möglichkeit einer Veröffentlichung in den internationalen Ausgaben von Vogue.
Teilnahme an den PhotoVogue Virtual Portfolio Reviews.

Webseite: https://site.picter.com/photovogue-brave-new-visions-global-open-call-2026